3 Länder, 2 Läufer, 1 Woche … Dieser Herausforderung stellten sich Silvia Rusche und Karl Berndstrotmann.

1. finischer

Etappe: Garmisch-Partenkirchen – Lermoos

Entfernung 36,5 km Höhenmeter im Aufstieg 2.088, im Abstieg 1.791

Die Warm-up-Etappe: Dabei führen die schönsten Trails unter der Zugspitze in stetem Auf und Ab über die Landesgrenze nach Ehrwald und weiter bis ins Etappenziel nach Lermoos.

Bereits kurz nach dem Start in Garmisch führt der Lauf ins Herz des Wettersteingebirges, bleibt aber mit einer Maximalhöhe von 1.619 m noch im „Akklimatisations-Bereich.

Für Karl und Silvia verlief die 1. Etappe noch ziemlich entspannt. Bergauf mussten sie bei den steilen Abschnitten wohl „wandern“, aber mit einer Zielzeit von 5:35 Stunden waren sie mehr als zufrieden.

Das Wetter spielte auch mit, zwar bewölkt, aber nicht zu warm.

  1. Etappe: Lermoos-Imst

Entfernung 33,8 km, Höhenmeter im Aufstieg 2.023, Höhenmeter im Abstieg 2.237

Aufgrund des nächtlichen Dauerregens musste die Strecke kurzfristig geändert werden. Das Tegestal ist bei Starkregen aus Sicherheitsgründen allgemein gesperrt, so dass die Rennleitung kurzfristig auf eine Alternativ-Route ausweichen musste. Trotzdem waren einige Streckenabschnitte durch die Nässe sehr aufgeweicht und matschig. Volle Konzentration war da gefordert. Ein Sturz von Silvia blieb dank des an dieser Stelle weichen Bodens ohne Folgen. Trotzdem hatten Karl und Silvia noch Gelegenheit das tolle Panorama der österreichischen Bergwelt zu genießen und zu bewundern.

Vor dem Start noch Dauerregen, mit dem Startschuss um 8:00 Uhr hörte es schlagartig auf zu regnen. Das Wetter wurde im Laufe des Tages immer besser, so dass die letzten Kilometer bei angenehmen Temperaturen abgelaufen werden konnten. Der Zieleinlauf in Imst bei strahlendem Sonnenschein krönte dann diese Etappe.

Mit einer Zeit von 5:08 Stunden beendeten Silvia und Karl diese zweite Etappe und belegten damit wieder einen Platz im vorderen Drittel.

die dritte sogenannte Königsetappe wäre auch geschafft… hier der Bericht (Fotos folgen, da schlechtes Netz):

 

  1. Etappe: Imst – Mandarfen im Pitztal

abstiegEntfernung: 47,9 km, Höhenmeter im Aufstieg 3.037, Höhenmeter im Abstieg 2.144

Diese Etappe heißt Königsetappe, weil sie nicht nur die Längste des TAR ist, sondern auch die mit den meisten Höhenmetern und somit wohl die härteste. Der häufigste Spruch des Tages war wohl „die absolute Hölle“. Es war wieder einmal höchste Konzentration angesagt, sodass kaum Gelegenheit blieb, die herrliche Landschaft auf dem Weg vom Inn zu den Gletschern der Ötztaler Gipfel zu genießen.

Start war bereits um 7:00 Uhr bei erfrischenden 7° C und leichtem Nieselregen. Bis 8:00 Uhr hatte es sich ausgeregnet, später kam spärlich die Sonne raus. Der starke kalte Nordwind machte den Lauftag nicht angenehmer. Während die ersten 10 Kilometer an Laufen erinnerten, wurde es dann immer alpiner. Jetzt konnte hochalpine Erfahrung helfen, die unsere Flachlandtiroler Silvia und Karl jetzt garantiert haben. Schmale, nur durch Seile gesicherte und alles andere als einfach zu laufende Pfade, Geröllfelder, wasserführende Gebirgsbäche, aber auch im Weg stehende (bedrohlich anmutende) Kühe ließen den Adrenalin-Spiegel steigen. Ja, auch für Silvia und Karl war es die Hölle, die sie aber unverletzt, abgesehen von einer kleinen Schnittwunde an Silvas Hand, gemeistert haben.

Nach etwas über 10 Stunden war es für Silvia und Karl geschafft, was einen Platz im guten Mittelfeld und in der Mastermixed Kategorie den 28. Platz brachte.

Als krönenden Abschluss des Renntages fanden die tägliche Pastaparty und das Briefing für morgen im Gletscherrestaurant statt, zu dem der Gletscherexpress den Transport übernahm.

  1. Etappe: Mandarfen im Pitztal – Sölden

Entfernung 26,9 km, Höhenmeter im Aufstieg 2.218, Höhenmeter im Abstieg 1.717

Die erste Gletscher Etappe überhaupt in der 12 Jährigen Geschichte des TAR führte vom Pitztal ins Ötztal. Zwar war sie „nur“ 26,9 km Lang, dafür lag die Gipfelhöhe auf über 3.000 Meter Höhe und die Trails berührten das ewige Eis des Rettenbachferners.

Nach der obligatorischen Kontrolle der Ausrüstung erfolgte der Start in drei Blöcken um 9:00, 9:10 und 9:20 Uhr noch bei knappen 4°C. Danach ging es unmittelbar über schmale Trails zum Rifflesee auf 1.798 m. Nach dem anschließenden Abstieg ging es hoch auf den Gletscher. Der Weg dorthin war sehr anstrengend, zum Teil abenteuerlich, wieder mit gefährlichen Kletterpassagen. Belohnt wurde das Ganze dann mit einem fantastischen Blick über das Ötztal. Der Abstieg gestaltete sich schwierig, da alles schneebedeckt, sehr steil und rutschig war. Anschließend ging es sehr entspannt über wunderbare Trails runter ins Tal zum Ziel in Sölden. Inzwischen hatte die Sonne auch die Tiefen der Täler erreicht, sodass die Tagestemperatur zum Zieleinlauf im Zentrum von Sölden auf angenehme 24°C bei nur leichtem Wind kletterte.  Nach 5:45 Stunden kamen Silvia und Karl als 130. ins Ziel und wurden damit 24. in der Master-Mix Kategorie.

Im Ziel gab es noch als Überraschung, ein wohltuendes Fußbad, das von vielen Läufern, auch von S+K, gerne in Anspruch genommen wurde.

  1. Etappe: Sölden – St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien)

Entfernung 33,3 km, Höhenmeter im Aufstieg 1.453, Höhenmeter im Abstieg 2.111

Start war um 8:00 Uhr bei 10°C und wolkenlosem Himmel in Sölden. Es ging über Trails hinauf aufs 2.474 m hohe Timmelsjoch, der einzige ohne Alpinausrüstung zu begehende Übergang vom Ötztal nach Südtirol. Der Aufstieg war für uns nach den Strapazen der letzten Tage doch sehr anstrengend. Es folgte eine wahre Freude für Downhiller auf den Trails ins herrliche Passeiertal. Es ging durch eine wunderschöne Schlucht Richtung St. Leonard.  Da es immer wärmer wurde, waren Silvia und Karl froh, als sie nach 5:10 Stunden als 125. endlich das Ziel St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien) bei immerhin 30°C erreicht hatten, was einen 18. Rang in der „Master Mixed“ Kategorie brachte.

 

  1. Etappe: St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien) – Sarnthein (Sarentino)

Entfernung 33,6 km, Höhenmeter im Aufstieg 2.440, Höhenmeter im Abstieg 2.153

Jetzt ist der TAR nun richtig auf der Alpensüdseite angekommen. Südtiroler Bilderbuchlandschaften säumen die Trails mit Almen, Gipfeln und Bergseen vor einem kompletten Dolomiten-Panorama.

Start war um 8:00 Uhr bei 13 °C und wolkenlosem Himmel in St. Leonard in Passeier (Südtirol, Italien). Auch diese vorletzte Etappe verlangte von den Läufern erneut alles ab. 2 Berggipfel mit einer Höhe von 2.100 m und 2.683m mussten bewältigt werden. Die Anstiege waren wieder mal sehr steil und halsbrecherisch. Die An-und Abstiege waren gespickt mit extrem gefährlichen Kletterpassagen, bei denen sich so mancher Bergsteiger gesichert hätte. Silvia und Karl empfanden diese Etappe sehr strapaziös, da sie kurz vor dem Ende des Trans-Alpine-Runs nicht mit einer solchen hochalpinen Strecke gerechnet hatte und das auch zuvor irgendwie nicht aus dem Streckenprofil und der Beschreibung hervorging.

Silvia und Karl beendeten dieses Rennen als 125. was für diese Etappe einen 18. Rang in der „Master Mixed“ Kategorie brachte.

 

  1. (und letzte) Etappe: Sarnthein (Sarentino) – Brixen

Entfernung 36,4 km, Höhenmeter im Aufstieg 1.934, Höhenmeter im Abstieg 2.348

Die letzte Etappe des TAR 2016 präsentierte nochmals Trails und Höhenwege der Extraklasse. Nach einem 15 km langen Anstieg von Sarnthein wurden 2.000 Hm erreicht und für die folgenden km nicht mehr unterschritten.  Vis a vis zu den Dolomiten-Gipfeln der Langkofel und Sellagruppe folgte der letzte Downhill ins Ziel nach Brixen.

Diese Etappe war im Vergleich zu den anderen etwas einfacher. Gefährliche Kletterpassagen blieben den Teilnehmern erspart. Den wunderbaren Blick ins Tal nach Brixen konnten Silvia und Karl allerdings auf dem 6 km ca. langen Abstieg nur bedingt genießen. Es ging brutal abwärts, so dass jeder Schritt gut platziert werden musste.

Silvia und Karl kamen als 117. ins Ziel und wurden damit 20. In der Master Mixed Kategorie.

prostDamit waren alle 7 Etappen geschafft – In 7 Tagen 251,3 km mit 15.135 Höhenmeter. Das offizielle Endergebnis inkl. Strafzeiten lautet für das Team Silvia Rusche und Karl Berndstrotmann 47:22.05,7 Stunden, 24. Platz Master Mixed, 136. Gesamtplatz. Aber das wichtigste: Alles gut überstanden.

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