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In drei Tagen über 170 km

Ein ganz besonderes Erlebnis für Silvia und Karl vom Lauftreff Lüdinghausen

Von Freitag bis Sonntag – als kleine Wochenendbeschäftigung – mal ebend in Berlin 174 km entlang der ehemaligen Berliner Mauer laufen? Das kann man nur schaffen, wenn man noch jung ist? Ab 50 Jahre nur noch leichte Gartenarbeit und die Vorbereitung auf den Vorruhestand? Genauso könnte man sich in eine Tonne stecken lassen, sich auf 40000 m Höhe hieven lassen, die Luke öffnen und einfach rausspringen. Na ja, dann lieber, wie Silvia Rusche und Karl Berndstrotmann, mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und drei Ultras an drei aufeinander folgenden Tagen in Berlin bewältigen. Sachen gibt`s, die gibt es eigentlich nicht.

Sportler gedenken der Maueropfer in Berlin

“Dieser Lauf ist und bleibt eine Besonderheit, da man an die Opfer des Grenzstreifens gedenken möchte und die Zusammenführung einer Stadt, welche durch widere Umstände über Jahrezehnte lang geteilt war. Entlang der Strecke erinnern zahlreiche Gedenk- und Info-Tafeln sowie vereinzelt auch noch Mauer- und Zaunreste an diese menschenunwürdige Grenze. Der diesjährige Mauerweglauf ist ein Etappenlauf, der sich über drei Tage erstreckt und die Teilnehmer bei einer Gesamtlänge von insgesamt 174 km (1. Tag 63 km, 2. Tag 66 km und am 3. Tag nur noch 45 km) vor eine große Herausforderung stellt”, heißt es bei den Veranstaltern.

Am 09.11.2012 starteten neben Silvia Rusche und Karl Berndstrotmann rund 70 weitere UltraläuferInnen um 8: 00 Uhr zur 2. MauerwegTour.

1. Etappe

Die 1. Etappe über 63 km startete in Kreuzberg und verlief südlich durch Berlin bis zum Wannsee. “Die Strecke war nicht einfach zu laufen, denn
es ging oft über lange, einsame und schnurgerade Wege. Highlights waren die großzügig ausgestatteten Verpflegungsstellen,” berichtet Karl Berndstrotmann, der diese Strecke zum zweiten Mal absolvierte (Sieger in 2011).

2. Etappe

“Die Beine sind noch schwer und die Körper müde… und doch geht es, für nun mehr noch 60 Teilnehmer auf die “Königsetappe” über 66 km. Heute spielte das Wetter auch mit, und so wurde die Etappe ein wahrer Genußlauf. Die Strecke velief durch Postdam, über die Glienicker Brücke, am Schloß Cecilienhof vorbei durch Staaken bis in den Norden von Berlin. Etappenziel war Hennigsdorf”, so Karl in seiner Berichterstattung.

3. Etappe

Die 3. Etappe versprach, bei tollem Wetter und großartigen Ausblicken auf Berlin- Mitte der schönste Abschnitt des Laufes zu werden. Mit 45 km war es natürlich auch die kürzeste Etappe. Mit jedem Schritt kamen Silvia und Karl der hektischen Metropole näher. Vorbei am neuen Hauptbahnhof, dem Reichstag, dem Brandenburger Tor, dem Potsdamer Platz und dem Check Point Charly zum Ziel in Kreuzberg. Berlin geizt nicht mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Von den gestarteten 70 Ultras kamen nur 51 am Ziel an. Silvia belegte in der Gesamtwertung der Frauen den 2. Platz. Sie benötigte für die 174 km insgesamt 18:58 Stunden. Karl wurde in der Gesamtwertung 4. Seine Gesamtzeit betrug 15:58 Stunden. Für alle, die schon einmal die Sprintstrecke über 42,2 km gelaufen sind: Rechnerisch hatte Karl einen Km-Schnitt von 5:30 Minuten. Das entspricht einer Marathonzielzeit von 3 Std. 52 Min.! Silvia hatte es nicht ganz so eilig, sie war im Schnitt mit 6:32 pro Km unterwegs. Da hat man etwas mehr zu sehen!

Silvia´s Zeiten:

1. Etappe 63 km: 6:49 3. Platz 
2. Etappe 66 km: 7:20 2. Platz
3. Etappe 45 km: 4:29 1. Platz

Karl´s Zeiten

1. Etappe 63 km: 5:38 3. Platz
2. Etappe 66 km: 6:20 4. Platz
3. Etappe 45 km: 3:57 4. Platz

Bei all den hervorragenden Ergebnissen und Erlebnissen sollte nicht vergessen werden, dass mit jedem gelaufenen Kilometer auf dem Mauerweg, der in einem großen Bogen um das westliche Berlin führt, auch an die zahlreichen Opfer der früheren Grenze erinnert wurde.

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